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Das ganze Rezept · Neapolitanisch

Neapolitanischer Pizzateig: mein komplettes Rezept

Abends starkes Mehl mit 60 % Wasser, 2 % Salz und 0,15 % Frischhefe mischen, den Teig gleich in Kugeln mit 270 g teilen und in Pizzaboxen legen. Über Nacht bei Raumtemperatur 12 bis 14 Stunden gehen lassen, bis die Kugeln um etwa die Hälfte gewachsen sind, dann die ganze Box in den Kühlschrank stellen. 3 Stunden vor dem Backen rausnehmen, die Kugeln von Hand ausziehen und so heiß backen, wie dein Ofen kann.

Eine neapolitanische Margherita mit luftigem, gefleckten Rand
Wasser
60 %
Salz
2 %
Frischhefe
0,15 %
Pro Kugel
270 g
Vom Mischen bis zur Pizza
etwa 24 h

Der Ablauf

Beispiel: Pizza morgen um 20 Uhr

  1. 20 Uhr Mischen, teilen, ab in die Boxen
  2. Über Nacht Gehen lassen bei Raumtemperatur
  3. 8–10 Uhr Um die Hälfte gewachsen: Box in den Kühlschrank
  4. 17 Uhr Box aus dem Kühlschrank
  5. 20 Uhr Ausziehen, belegen, backen

Zutaten

− Für 7 Pizzen mit je 270 g +
Zutat Bäckerprozent Menge
Mehl stark, mit viel Eiweiß: auf der Packung schauen, je mehr, desto besser 100 % 1.166 g
Wasser mit Raumtemperatur 60 % 700 g
Salz 2 % 23 g
Frischhefe zu wenig für die Küchenwaage: mit der Feinwaage wiegen 0,15 % 1,75 g

Trockenhefe geht auch: 0,58 g, ein Drittel der Frischhefe.

Andere Größe, Hydration oder Sauerteig? Zum Rechner

Das brauchst du

  • Küchenwaagefür Mehl, Wasser, Salz und die Teigkugeln
  • Feinwaagewiegt auf 0,01 g genau, damit die winzige Hefemenge stimmt
  • Pizzaboxen mit Deckeldarin gehen die Kugeln, und die ganze Box kommt in den Kühlschrank
  • Teigschaberzum Teilen des Teigs und um die Kugeln aus der Box zu heben
  • Ofen mit Grillfunktionmit Pizzastahl oder Pizzastein, oder ein Pizzaofen
  • Grieß und Pizzaschieberdamit die Pizza in den Ofen rutscht

Schritt für Schritt

  1. Abends

    Etwa 5 Minuten von Hand mischen

    Mehl, Wasser, Salz und Hefe in eine Schüssel geben und etwa 5 Minuten von Hand mischen. Nicht kräftig kneten: nur so lange mischen, bis kein trockenes Mehl und kein Klümpchen mehr da ist. Von Hand bekommst du ein Gefühl für den Teig, das hilft am Anfang sehr.

    Dann der Fenstertest: ein kleines Stück so dünn ziehen, dass Licht durchscheint, ohne dass es reißt. Hält es, ist der Teig fertig.

    Der Fenstertest: ein Stück Teig, so dünn gezogen, dass Licht durchscheint
  2. Direkt nach dem Mischen

    Gleich in Kugeln teilen

    Stücke mit 270 g abwiegen und mit dem Teigschaber abstechen. Jedes Stück zu einer glatten Kugel formen: ohne Mehl über die Arbeitsfläche ziehen, bis sich die Oberfläche spannt. Nicht zu straff formen. Die Kugeln in die Pizzaboxen legen und den Deckel schließen.

  3. Über Nacht

    Bei Raumtemperatur gehen lassen

    Die Boxen bleiben über Nacht in der Küche stehen. Mit so wenig Hefe brauchen die Kugeln etwa 12 bis 14 Stunden, bis sie um etwa die Hälfte gewachsen sind. Je wärmer die Küche, desto schneller geht es: Ist es warm, nimm etwas kälteres Wasser; unter 20 °C nimm doppelt so viel Hefe.

  4. Morgens

    Um die Hälfte gewachsen? Die ganze Box in den Kühlschrank

    Sind die Kugeln um etwa 50 % gewachsen, kommt die ganze Box in den Kühlschrank. Draußen würden sie übergehen. Im Kühlschrank warten sie bis zum Abend auf dich, und bei etwa 4 °C passiert irgendwann gar nichts mehr. Ändern sich deine Pläne, bleiben sie einfach länger drin.

    Sind sie zu weit gegangen und breit gelaufen? Mit Hefe ist das kein Drama: einfach noch einmal zu Kugeln formen und nochmal gehen lassen.

  5. 3 Stunden vor dem Backen

    Die Box rausnehmen

    Nimm die Box 3 Stunden, bevor du backen willst, aus dem Kühlschrank. Die Kugeln kommen auf Raumtemperatur und entspannen sich, dadurch lassen sie sich viel leichter ausziehen.

  6. Ausziehen

    Von Hand ausziehen, schnell belegen

    Reichlich Grieß auf die Arbeitsfläche geben, damit die Pizza später nicht am Schieber klebt. Die Kugel von der Mitte nach außen flach drücken und den Rand in Ruhe lassen: So wandert die Luft in den Rand. Dann an einer Seite anheben und drehen, die Schwerkraft zieht sie auseinander, bis die Mitte nur noch 1 bis 2 mm dünn ist.

    In weniger als 30 Sekunden belegen, sonst fängt sie an zu kleben.

    Eine Teigkugel wird von der Mitte aus flach gedrückt, der Rand bleibt
  7. Backen

    So heiß wie möglich backen

    Backofen: Grillfunktion an und den Ofen so heiß stellen, wie es geht. Ein Pizzastahl oder Pizzastein macht es noch etwas heißer: mindestens 30 Minuten im Ofen mit aufheizen und die Pizza darauf backen, nah am Grill, bis der Rand braun ist.

    Pizzaofen: Bei etwa 450 °C ist eine Pizza in 60 bis 90 Sekunden fertig. Beim Backen drehen, damit sie gleichmäßig bräunt.

Keine Boxen oder Sauerteig: der ganze Teig in einem Gefäß

Lass den ganzen Teig über Nacht in einem großen Topf oder Gefäß mit Deckel gehen. Das braucht auch weniger Platz im Kühlschrank. Morgens, wenn er um etwa die Hälfte gewachsen ist, kommt das Gefäß in den Kühlschrank.

3 Stunden vor dem Backen die Kugeln formen und bei Raumtemperatur unter einem feuchten Geschirrtuch ruhen lassen. Ist der Teig morgens schon sehr stark fermentiert, forme die Kugeln gleich nach dem Aufstehen und stell sie in den Kühlschrank.

Sauerteig statt Hefe

Statt der Hefe 5 % festen Sauerteig nehmen, mit etwa 60 % Hydration. Für 7 Pizzen sind das 57 g Sauerteig mit 1.132 g Mehl, 679 g Wasser und 23 g Salz. Nimm dafür die Methode mit einem Gefäß. Sauerteig verzeiht weniger als Hefe: Kugeln, die zu weit gegangen sind, lassen sich nicht einfach neu formen.

Was ich bewusst weglasse

  • Poolish und BigaLasse ich bewusst weg. In meinen eigenen Tests konnte ich keinen Unterschied im Geschmack feststellen.
  • 48 Stunden und mehr im KühlschrankManche lassen ihren Pizzateig tagelang im Kühlschrank, viele Rezepte versprechen 48 Stunden. Das ergibt für mich überhaupt keinen Sinn: Im Kühlschrank läuft die Gare einfach nur langsamer. Mit diesem Teig geht das genauso, er bleibt einfach länger drin: Bei etwa 4 °C passiert irgendwann gar nichts mehr.
  • Schneller Teig als StandardMit mehr Hefe geht es schneller. Ich empfehle über Nacht, mit einer kleinen Menge Frischhefe.

Margherita

Für die Sauce zerdrücke ich San-Marzano-Tomaten mit einer Gabel und gebe etwa 1 g Salz pro 100 g dazu. Mehr nicht. Pro Pizza: etwa 50 bis 60 g Sauce, zerrupfter Fior di Latte, ein paar Basilikumblätter und etwas Olivenöl. Nicht überladen.

Reste

Übriger Teig wird ein sehr gutes Brot. Für zwei Personen backe ich gern sechs Pizzen und friere drei ein: abkühlen lassen, in Frischhaltefolie oder einen alten Pizzakarton packen und direkt ab in den Tiefkühler.